Cochem, 11.08.2020

Explosionen in Beirut lösen THW-Einsatz aus

Cochemer Helfer Lothar Zorn unterstützte das SEEBA-Einsatzteam auf der Suche nach Verschütteten.

Am frühen Dienstagabend, dem 04. August 2020 kam es zu mehreren heftigen Explosionen im Hafenbereich der libanesischen Hauptstadt Beirut. Den Medienberichten zufolge explodierten rund 2.700 Tonnen Ammonium Nitrat. Die Explosion wies eine Erdbebenstärke von 3,5 auf und war in einem Radius von über 250 km spürbar.

Es gab neben einer unübersichtlichen Einsatzlage auch unzählige Verschüttete, Verletzte und Tote. Dieser Umstand veranlasste die libanesische Regierung über das European Response Coordination Center (ERCC) Hilfe anzufordern. Das THW erhielt durch das zuständige Ministerium, das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI), einen generellen Einsatzauftrag. Dies bedeutete für das Team der Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (SEEBA) einen Vollalarm. Binnen weniger Stunden mussten die Helfer einsatz- und abflugbereit sein.

Bereits am Morgen des 06.08.2020 landete das 42-köpfige Team der SEEBA mit vier Suchhunden in Beirut. Hierunter auch Lothar Zorn, ein Helfer des Ortsverbandes Cochem. Lothar Zorn engagiert sich nicht nur im Ortsverband Cochem, sondern darüber hinaus auch in der Auslands-Einsatzgruppe SEEBA des THW. Er ist einer der ausgebildeten Spezialisten für die Rettung, Ortung und Bergung in Katastrophengebieten, wie vorliegend in Beirut. Gemeinsam mit der Unterstützung von vier Suchhunden suchte das Einsatzteam bis in die späten Abendstunden nach Überlebenden. Auch wurden gemeinsam mit den Organisationen vor Ort und dem libanesischen Zivilschutz die Stadtverwaltung von Beirut bei der Beurteilung der Sicherheit und Stabilität von Gebäuden unterstützt.

72 Stunden nach dem Unglück sinkt die Chance noch Überlebende zu finden. Die Einsatzkräfte haben zwar über dieses Zeitfenster hinaus noch nach Vermissten gesucht, letztlich jedoch auch diese Suche nach 5 Tagen beendet. So trat ein Großteil der Einsatzkräfte am Montag, den 10.08.2020 die Rückreise nach Deutschland an.

Aufgrund der andauernden Covid-19 Pandemie mussten auch die Einsatzkräfte gewisse Hygieneregeln beachten. Ebenso erfolgte zweimal ein Corona-Test mit zeitlichem Abstand. Nach einem ersten Corona-Test am Flughafen wurden die Einsatzkräfte in den THW-Ortsverband Rüsselsheim verbracht, bevor es in die häusliche Isolation ging. Fünf Tage nach Rückkehr wurde der zweite Corona-Test durchgeführt. Mit Vorliegen des negativen Ergebnisses wurde auch die häusliche Quarantäne beendet.

Für unseren Helfer Lothar Zorn war es eine ereignisreiche Zeit, die er mit Bravour gemeistert hat. Seine Motivation beschreibt er wie folgt: „Es geht darum auseinandergerissene Familien zusammenzuführen, Verletzte und Vermisste zu finden. Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Wir danken Lothar Zorn für seinen Einsatz und sein Engagement in der SEEBA.


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